Kräuter und Gemüse

Nun nähert sich ein Höhepunk in den Gestaltungsarbeiten, die Idee des bäuerlichen Gartens bzw. Kloster- oder Apothekergartens vom Papier in die Wirklichkeit umzusetzen.
Das Flair entsteht durch eine Kombination aus Nutzpflanzen zur Selbstversorgung neben duftenden Heilkräutern und Zierpflanzen.

Auch darf das Naschvergnügen nicht zu kurz kommen, wenn süße Früchte wie Himbeeren, Brombeeren, Weintrauben oder Erdbeeren frisch vom Strauch gepfückt werden und dabei noch warm von der Sonne sind.
Zentum der Anlage ist oftmals ein Brunnen oder ein Wasserauffangbecken. Die Gemüsebeete werden am Rande gerne mit einer Rose akzentuiert und von Buchsbäumchen eingefasst.
Durch Kräuter, bienenfreundliche Wildstauden und nektarreiche Blüten werden zudem eine Viezahl an Insekten und Schmetterlingen angezogen.

Aufmerksam studiere ich Bücher über die Anlage und Pflege von Kräuterbeeten und Apothekergärten und zeichne eine grobe Skizze.
Prachtkerzen (Gaura linheimeri) werden mit eingesetzt, auch wenn sie schwierig zu finden sind in einer weißen Tönung mit einem rosefarbenen Hauch. Es sind filigrane Pflanzen, deren Blütenrispen wie Schmetterlinge auf zarten Stängeln wippen bis weit in den Herbst hinein.
Dunkelroter, samtiger Purpursonnenhut wird in ein Beet gepflanzt, um den Übergang von niedrigen Kräutern im Vordergrund zu den höher gewachsenen Pflanzen am Zaun zu schaffen.
Eine aprikotfarbene Rose ergänzt die bereits vorhandene Schar versetzter Rosen.

Rankgitter aus hellem, kesseldruckimprägnierten Holz, die höher als der Zaun und in regelmäßigen Abständen plaziert sind, werden Blickpunkte schaffen und bieten zahlreichen Waldreben die Möglichkeit, den Zaun im Nu mit einem blühenden Netz zu überziehen.

Einen ganzen Korb voller Küchenkräuter habe ich bereits erstanden, auch blühender Staudensalbei und kleine Lavendelpflänzchen sind mit dabei. Noch kann ich die Kräuter nicht pflanzen, sondern muss sie zwischenlagern.

Die Gemüsebeete sind fertig gestaltet.
Es sind drei Gemüsebeete enstanden, umrandet von dicken Pflastersteinen, um darauf laufen zu können und auch als Abgrenzung zum Rasen  hin. Schnell packe ich eine Holzkiste, um in die nächstliegende Gärtnerei zu eilen.
Gewissenhaft messe ich mit einem Lineal den empfohlenen Abstand der zarten Pflänzchen zueinander ab.
Kohlrabi ist gesetzt, Rote Bete, Mangold, Knollensellerie, Lauch, Pflücksalat, Rucola, Peperoni, Bohnenkraut und Lavendel.
Bohnenkraut und Lavendel sollen mit ihren Duftstoffen, die sie absondern, die Schnecken abwehren.

Auch eine Dahlie wird in jedes Beet plaziert, die sich als typische Bauerngartenpflanze dekorativ zwischen den Gemüsereihen einfügt.
Am Blütenstand der Dahlien lässt sich zudem die „Zeit“ bemessen.
Wenn Dahlien die Stunden zählen, ist dies ein Zeichen dafür, dass es auf dem Naturkalender in Richtung Spätsomer geht. Denn sie blühen als Kurztagpflanzen erst dann kräftig, wenn eine bestimmte Tageslänge unterschritten wird.

Auch eine Schale mit vorgezogenen Zinnien ist dabei, die Farbe in das Gemüsebeet bringen. Wenig später kommen Zuccini und Gurken hinzu.
Die historischen Tomatenpflänzchen hingegen pflanze ich in ein Beet direkt am Haus, welches durch das überstehende Dach vor Nässe von oben geschützt ist.

Die Blumenwiese ist gesät und mit frischer Erde abgedeckt.
Die übrige Wiese entwickelt sich immer besser und es macht Spaß, mit dem Handvertiktutierer auf kleinen Arealen kräftig Moos herauszurechen, da nun ein Erfolg durchaus sichtbar ist. So bekommen die vorhandenen Gräser mehr Licht.
Es wird dennoch eine Aufgabe für das restliche Gartenjahr bleiben, immer wieder Moos herauszurechen und nachzusaäen. Und bald sind die ersten Hälmchen sichtbar.

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