Bitte pflück mich! (Birnengelee)

Ja ich pflücke, und ich klaube auf, und das mehrmals am Tag.

Dann kann es aber schon zu spät sein, denn reife Birnen dulden keinerlei Aufschub.
Schnell wandelt sich der Geschmack von hart rübig über saftig süß bis hin zu mehlig stumpf.

Die Birnbäume tragen heuer so schwer, dass sich die Äste bis fast zum Boden biegen.

Letztes Jahr waren wegen des späten Frostes die meisten Blüten erfroren.
Doch die Natur reagiert auf ertraglose Jahre mit einem so genannten „Mastjahr“.
Demnach haben die Bäume, vollgestaut mit vielen Reservestoffen, heuer umso mehr Blüten angelegt. Gepaart mit dem guten Wetter und einer „guten Befruchtung“ ergebe das den extremen Fruchtbehang. (Quelle: Thomas Schuster vom Gartenbauzentrum Bayern Südwest)

Wohin nur mit allen den saftigen Birnen?
Sorgsam lagere ich sie in einem Obstkistchen und kontrolliere täglich den Bestand und die Reife.
Der Verzehr von mindestens drei Birnen roh pro Tag ist an Muss.

Einen verschwindend geringen Teil habe ich zu Birnengelee verarbeitet.
Der Baum ist immer noch voller Früchte. Ganz abgesehen davon, dass daneben noch ein weiterer  Birnbaum wächst, dessen Früchte aus Erfahrung sehr bitter schmecken. Vielleicht ist dies in einem Mastjahr aber anders?

Und so habe ich es gemacht:
Birnen waschen, den Stilansatz wegschneiden, die Früchte vierteln oder achteln und in einem großen Topf mit etwas Wasser köcheln lassen.

Anschließend in ein Spitzsieb geben, dabei die Früchte fest ausdrücken, den Saft auffangen und abmessen. Für ein Päckchen Gelierzucker 1:3 benötige ich 1250 ml Fruchtsaft.
Dabei habe ich noch den Saft von einer Zitrone, Limette und Orange hinzugegeben, da die Masse bei einer Probe sehr süß geschmeckt hat.
Zusammen mit einer halbierten Vanilleschote nach Anweisung aufkochen, einen Spritzer Strohrum hinzugeben und in Gläser abfüllen.

Der Garten im sommerlichen Frühherbst ist voller Geschenke,  um sich daran zu bedienen.
Kostenlos, ein wenig Aufwand ist dennoch erforderlich.

Salbei ist für Salbeitee (bei beginnenden Halsschmerzen) in winterlichen Zeiten, getrocknet.
Lavendel für Teebeutel zum Beduften der Bettwäsche.
Rosenblüten von stark duftenden Damaszener-Rosen für das morgendliche Kräuteraromalämpchen.
Kräuter (Thymian, Liebstöckl, Rosmarin, Bohnenkraut) für das Nachfüllen der Gewürzmühle im Herbst und Winter.

Wie immer ist es ein überaus beglückendes Gefühl, seine Schätze in hübschen Schälchen, Gläsern, Mühlen und urigen Holzkisten, zum Teil  konserviert, vor Augen zu haben.

 

2 Reaktionen zu “Bitte pflück mich! (Birnengelee)

  1. Guten Morgen Lisa,

    ich wusste es auch nicht, aber aufgrund der Fülle der Birnen musste ich mich informieren und habe festgestellt, dass es viele Rezepte gibt… gutes Gelingen!

  2. Ich habe noch nie von einem Birnengelee gehört. Ich bin gerade total überrascht und werde es die Tage auf jedenfall mal ausprobieren!

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