Sternschnuppen im August

Der Garten ist in sein Hochsommerkleid geschlüpft.
Mit ruhigen Farben, derzeit überwiegt das sanfte Purpur der Sonnenhüte, von Blutweiderich, dem Schmetterlingsstrauch, vielen Thymianbüscheln und Herbstanemonen, die sich auf hohen Rispen im Wind wiegen.

Aber auch Orange ist auf der Palette zu finden, durch Sonnenbräute in kupfernen Tönen, Rosen, die auffallende Akzente setzen, und Echinacea (Sonnenhut), der allerdings auch sehr zurückhaltend in Weiß die Beete füllt.

Schafgarbe ist wieder aufgeblüht und überzieht in einer Invasion aus Fallschirmen die Blumenwiese, was beim (achtsamen) Betrachten die Zeit für einen Moment still stehen lässt.

In den Kräuterbeeten habe ich bereits kräftig ausgedünnt und Wilden Dost zurückgeschnitten. So können sich die übrigen Kräuter und auch Purpursonnenhut und Prachtkerzen (Gaura lindheimeri)  wieder besser entwickeln.
Verbenen machen sie nach wie vor sehr gut im Beet, noch dazu wo sie auf stabilen Stängeln kerzengerade stehen.

August als letzter meteorologischer Sommermonat ist ein Reise- und Urlaubsmonat und in vielen Betrieben wird auch die Arbeit für eine Weile niedergelegt. Das eine oder andere Restaurant macht Sommerpause.

Der August wird allerdings nach der alten germanischen Bezeichnung auch Ernte-, Ähren- oder Sichelmond genannt (was auf Arbeit hindeutet) und steht im Zeichen der Getreideernte, die traditionsgemäß am 25. Juli zu St. Jakob begonnen hat.

Und nun ist auch hier im Süden des Landes die Hitzewelle angekommen. Das Thermometer klettert bis auf 34 Grad,  nachts kühlt es noch ganz angenehm ab.
Somit müssen die Gewohnheiten ein wenig verändert und angepasst werden, soziale Kontakte schlafen auch aufgrund der Sommerferien ein. Umso mehr machen sich Hobbys bezahlt, die nicht von den Jahreszeiten abhängig sind.

Auch der Garten möchte ausgiebig versorgt werden bei den anhaltend hochsommerlichen Temperaturen und vielleicht auch ein oder zwei Gärten der Nachbarn, die auf Reisen gehen.
Es ist ein beruhigendes Gefühl,  Grundwasser zum Gießen benutzen zu können und Solarstrom, der bei der anhaltenden Sonne immer wieder rasch die Speicher füllt.

Im Monat August ist zum Ausgleich aber auch ein wenig Brauchtum zu finden.
Zu Mitte des  Monats am 15. August ist Maria Himmelfahrt und es kann traditionell der Kräuterbuschn gebunden werden.
Nun haben die Heilkräuter besonders viele Inhaltsstoffe und der Strauß galt früher als kleine Hausapotheke.
In der Mitte des Bündels befindet sich  meist eine Königskerze, umgeben von heimischen Kräutern und Heilpflanzen wie wie Arnika, Baldrian, Beifuß, Frauenmantel, Kamille, Johanniskraut, Liebstöckel, Pfefferminze, Schafgarbe, Rainfarn, Thymian, Majoran, Ringelblume und vieles mehr.

Eine Staude gefällt mir derzeit ganz besonders, die ich letzten Sommer im August im Hinterhof einer Künstlerwerkstatt gesehen und bislang nicht gekannt habe  – Wiesenknöterich, auch Schlangeknöterich genannt, Bistorta officinalis, aus der Familie der Knöterichgewächse.
Die Pflanze blüht seit einiger Zeit sehr zurückhaltend und schlicht in himbeerfarbenen Ähren, die auf langen dünnen Stielen sitzen. Die Staude mit den zart rosa Rispen ist jetzt erst aufgeblüht.
Sie mögen einen sonnigen bis halbschattigen Platz und gelten als anspruchslose Pflanzen.

Jetzt sind auch die letzten vorgezogenen Pflänzchen gesetzt, Malven und Lupinen.
Die Spannung hat sich ein wenig aufgelöst, die Lust daran, etwas Neues für die Beete (an) zu schaffen, da für diese Saison (fast) alles fertig ist.
Malven in allen möglichen Variationen machen sich sehr gut in Töpfen oder Beeten. Als Bechermalven in kräftigen rosa Tönen und als Wildblumenmalve „Gewöhnliche Malve“ in purpurfarbener, gemaserter Schattierung auch dekorativ vor schlichten Holzlatten.

Nun steht die Obsternte an, besonders der Birnbaum ist reichlich mit Früchten behangen, die zumindest im letzten Jahr süß und saftig geschmeckt haben. Überreifes Obst muss täglich aufgeklaubt werden.
Das Gemüse reift, Duftrosen bilden neue Blüten aus, um sie weiterzuverarbeiten, Teekräuter wie beispielsweise Salbei können langsam für den Winter getrocknet werden.

Und wer noch ein paar Wünsche offen hat, der sollte unbedingt in der Nacht vom 12. auf den 13. August  den Sternenhimmel beobachten, denn dann sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen.

 

 

 

 

 

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