Blüten Potpourri

Herbstzeit ist auch die Zeit der Düfte und Sehnsüchte.

Wenn  die Tage wieder kürzer werden und die Natur sich langsam zurückzieht, kann diese „Einschränkung“ durch besondere Düfte kompensiert werden.
Was Kräuter im Sommer sind, können in kalten Zeiten Gewürze wie Piment, Zimt, Nelke, Kardamom, das Lebkuchengewürz aus dem Tütchen oder eine frisch geschälte Orange sein.
Steigt der Duft in die Nase, macht sich ein wohliges Gefühl breit. Und es werden Erinnerungen geweckt oder auch kleine „Sehnsüchte“

Vielleicht der Gedanke an einen heißen Früchtetee nach einem langen Spaziergang, vielleicht die Vorfreude auf eine gemütliche Adventszeit, wenn wieder dekoriert wird mit Naturmaterialien aus dem Garten und Kerzen.
Vielleicht wird schon an einen Adventsmarkt gedacht, an den Duft von Gewürzpunsch oder heiße Maroni, die auch die Finger wärmen.

Nun können wieder frische Aromamelts zubereitet werden mit Bienenwachs, das flüssig in Förmchen gefüllt  und sparsam mit ätherischen Ölen beduftet wird wie Orange, Grapefruit, Zimt oder Nelkenknospenöl.
Beim Schmelzen in der Aromalampe (anstelle von Wasser) entfaltet der Melt einen zarten Duft, der sich im Raum ausbreitet und ein Wohlfühlklima erzeugt.

Herbstlich anmutendes Gebäck wird zubereitet, vielleicht die erste Honigkuchen in diesem Jahr oder auch der letzte Zwetschgendatschi üppig mit Rosenzucker und Zimt gewürzt.
Oder auch der Bratapfel, der im Ofen dünstet und  eine heimelig-warme Vorfreude weckt auf den süßen Geschmack von Obst und Gelee.

Es können aber auch farbenfrohe Potpourris zusammengestellt werden, für das Auge und für die Nase.
Hierbei handelt es sich um ein Glas, das mit duftenden Pflanzenteilen, Gewürzen und Duftstoffen bestückt wird und für ein angenehmes Raumklima sorgt.

Natürlich können fertige Potpourris gekauft werden oder Duftmischungen, um den Duft zu aktivieren, da dieser sich schnell verflüchtigt.
Aber viel schöner ist es, sein eigenes Potpourri zusammenzustellen mit Naturalien, die sich leicht finden lassen wie Blüten, Blätter, Kräuter.
Wieder ein Stück weg von Fertigprodukten und undurchsichtigen Rohstoffen, dafür hin zur eigenen Kreativität.

Wichtig ist, dass das Pflanzmaterial trocken ist, hierbei kann auch im Ofen bei niedrigen Temperaturen (Heißluft, ca. 50 °) nachgeholfen werden.

Im Magazin LandAPOTHEKE, Heilen und Pflegen nach alter Tradition, Winter 2017, wird von Heilpflanzenexpertin Annette Wallner eine Methode vorgestellt, wobei sich die ätherischen Düfte der getrockneten Pflanzenteile bis zu einem Jahr konservieren lassen.
Durch das Pulver einer getrockneten Wurzel einer Schwertlilie, beispielsweise ‚Iris barbata‘.

Heutzutage sind die dekorativen Schwertlilien (Iris) hauptsächlich als Zierpflanzen verbreitet, weniger bekannt ist die Jahrhunderte alte Verwendung der Pflanzen als Räuchermittel und zur Herstellung von Duftstoffen für Parfums, Seifen und Puder.
Mit dem Iriswurzelpulver werden also nicht die getrockneten Kräuter haltbar gemacht, sondern die verwendeten (flüchtigen)  ätherischen Öle.  Diese verfliegen sonst zu schnell.
Bei der Zusammenstellung der Blüten und Kräuter  für ein Potpourri sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, der Garten bietet auch jetzt noch reichlich Material.

Zutaten:
Frische oder getrocknete Iriswurzel (gibt es auch als Pulver im gut sortierten Kräuterladen, wo ich es erstanden habe)
ätherische Öle nach Wahl
Blüten und Gewürze

Zubereitung:  
Die Wurzel einer mindestens 3 Jahre alten Iris ausgraben und säubern. Trocknen lassen.
Die Knolle mit einer Küchrenreibe raspeln oder mit einem kleinen  Mixer (oder einer Kaffeemühle) pulverisieren.

Oder das Iriswurzelpulver (auch „Veilchenwurzelpulver“ genannt) aus dem Kräuterladen verwenden.

Ein Potpourri mit Blüten  und Blättern zusammenstellen (trocknen lassen) und in ein verschließbares Glas geben.
6 – 8 Tropfen eines ätherischen Öls oder einer Lieblingsmischung auf 1 TL des Iriswurzelpulvers träufeln und zu den Kräutern und Blüten in das Gefäß geben.
Gut schütteln und verschließen. Das Blütenpotpourri 6 Wochen lang verschlossen halten, anschließend in eine Schale geben oder als kleines Mitbringsel in ein Tütchen oder Gazesäckchen füllen.

Grundlage von Potpourri sind Rosenblütenblätter, da sie besonders schön duften.
Ich selbst habe das Iriswurzelpulver mit ätherischem Geraniumöl  (das ätherische Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Stängeln der Rosengeranie gewonnen wird) vermengt, da es aufgrund der leicht säuerlichen, blumigen, frischen Note  wunderbar zum Rosenduft passt. Es wird oft als Ersatz für das teure ätherische Rosenöl genutzt.

Potpourri ist eine weitere Möglichkeit, Blüten und Kräuter aus dem Garten oder vom Balkon für längere Zeit zu konservieren, wobei es Deko, kleine Geschenkidee und Balsam für die Seele in einem vereint.

 

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