Lippenbalsam mit Lavendel-Ölauszug

Staude im FrostKaum hat das neue Jahr angefangen, überfällt mich schon wieder ein wenig die Sehnsucht nach dem Garten.

Da es aber dauern wird, bis draußen gewerkelt werden kann und eine Pause auch mal gut tut, greife ich gerne auf ölauszüge (Lavendelmazerat) zurück und auf ein Rezept für einen Lippenbalm, entnommen aus dem Magazin „Landapotheke“, Herbst/Winter 1- 2016.

Die Rezeptur ist für trockene, spröde, heizungsgeplagte Lippen gedacht, enthält Bienenwachs, ein Pflanzenöl, Kakaobutter und einen Tropfen eines ätherischen Öles.
Ich habe vom Originalrzept ein Viertel genommen für zwei kleine Döschen:
5 ml Pflanzenöl
2,5 g Bienenwachs
5 g Kakaobutter

Und so habe ich es gemacht:

LavendelmazeratDas Pflanzenöl abmessen, sanft im Wasserbad in einem Becherglas erhitzen, das Wachs hinzugeben und schmelzen lassen, dann die Kakaobutter unterrühren.
Nach kurzem Abkühlen einen Tropfen eines ätherischen Öles hinzugeben, ich habe ätherische Melisse genommen. Der Balm kann nun in die Döschen abgefüllt werden.

Wenn man möchte, dass der Balm etwas geschmeidiger wird, ist es empfehlenswert, einen Teil des Bienenwachses durch Beerenwachs zu ersetzen.

Beerenwachs als reines Pflanzenwachs wird aus der Fruchtschale des zu den Sumachgewächsen (Anarcadiaceae) zählenden Lacksumachs Rhus Verniciflua gewonnen.

Beerenwachs erzeugt in einer Lippencreme (oder einem Lipgloss) eine gelige, angenehm weiche Konsistenz, der  Schmelzpunkt liegt bei 52 °, also niederiger wie der bei Bienenwachs. Bitte darauf achten. (Beerenwachs gibt es im Naturkosmetik-Rohstoffhandel).

Als Pflanzenöl habe ich mein duftendes Lavendelmazerat vom Sommer verwendet.
Ein Pflanzenauszug ist leicht herzustellen. Als Trägeröl eignen sich hochwertige Lavendelölnaturbelassene, nicht raffinierte und vor allem oxidativ stabile Öle wie beispielsweise Olivenöl, Sesamöl oder Jojobaöl. Ich verwende meist Jojobaöl, da es nicht ranzig wird, gut einzieht und die Haut vor zuviel Verdunstung von Feuchtigkeit schützt.

Die frisch gepflückten, abgetrockneten Rispen werden in ein Glasgefäß mit Deckel gegeben und dann mit Öl aufgegossen, bis alles reichlich bedeckt ist. Genauso gut können Rosenblüten verwendet werden.
Wichtig ist, dass zweimal täglich geschüttelt wird, damit die Wirkstoffe aus dem Pflanzmaterial gelöst werden. Nach ca. zwei Wochen wird sorgfältig gefiltert und in eine dunkle Flasche abgefüllt.

LavendelbalmMein fertiger Balm duftet verführerisch „krautig“ nach Lavendel, nach zitroniger Melisse, und zaubert einen Hauch von Lavendelsommer in mein Badezimmer…

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