Langsam rückt November mit dem Fest Allerheiligen näher.
Die Uhr wurde schon zurückgestellt.
Lange war das Wetter trocken und warm und der Sommer schier endlos.
Nun zieht sich die Natur schrittweise zurück.
Jede Pflanze treibt zu einer bestimmten Zeit aus, blüht, reift, bildet Samen und verschwindet wieder.
Ganz ausdauernde zeigen selbst im Winter Blüten wie die eine oder andere Rose, Christrosen, Lenzrosen, Winterschneeball oder Winterjasmin.
Der Jahreskreis erzählt vom Werden und Vergehen, vom Reifen, von Fülle und kleinen, versteckten Botschaften selbst in der trüben Jahreszeit wie beispielsweise die leuchtend violetten Beeren der Schönfrucht.
So schafft er eine Übersicht, die wichtigsten Feste oder Wendepunkt zu markieren und das Jahr übersichtlich zu unterteilen.
Die Nacht vor Allerheiligen wird nach keltischem Ursprung „Samhain“ genannt, eines der wichtigsten Feste im keltischen Jahreskreis und bedeutet „Ende des Sommers.“
Was ist eigentlich der keltische Jahreskreis?
Er umfasst acht Stationen, die den Wechsel der Jahreszeiten und den Lauf der Natur dokumentierern.
Imbolc am 1. Februar: Das Fest des erwachenden Lichtes und der Reinigung.
Ostara am 20. März: Frühlings-Tagundnachtgleiche, Symbol für Neubeginn und Fruchtbarkeit.
Beltane am 1. Mai: Das große Frühlings- und Feuerfest zum Start des Sommers.
Litha am 21. Juni: Sommersonnenwende und der längste Tag des Jahres.
Lughnasadh am 1. August: das erste Erntefest und Schnitter(innen)fest.
Mabon am 23. September: Herbst-Tagundnachtgleiche als Dank für die Ernte
Samhain am 31. Oktober: das keltische Neujahrsfest und Gedenken an die Ahnen
Yul am 21. Dezember: Wintersonnenwende und die Rückkehr des Lichts.
Viele dieser Traditionen wurden später von christlichen Feiertagen wie Lichtmess oder Ostern abgelöst.
Mit Samhain beginnt die dunkle Zeit des Jahres.
Die wichtigsten Arbeiten im Garten sind beendet, die letzten Quitten verarbeitet.
Ich muss noch Dahlien ausgraben und überwintern und ein Wasserbecken auspumpen und vor Frost schützen. Die eine oder andere Blumenzwiebel möchte noch gesetzt werden.
Dennoch ist wieder mehr Zeit, sich zu besinnen, zurückzublicken und erste Pläne zu schmieden.
Was könnte nächste Saison verbessert werden?
Das tägliche Räuchern auf dem kleinen Aromalämpchen schafft die passende Atmosphäre und die getrockneten Blüten aus dem Garten finden Verwendung.
Und es gibt wieder völlig neue Dinge zu entdecken.
Anders wie im hektischen Frühling und Sommer mit den heißen trockenen Tagen, wo sich alles ums Bewässern und Wassersparen, um klimagerechtes Gärtnern gedreht hat.
Und langsam nähert sich auch das Ende der völlig unspektakulären einjährigen Kräuterausbildung im Dezember.
Es war und ist immer noch schön, in die Welt der (Kräuter- und Heil-) Pflanzen einzutauchen.
Das Wissen um Wildpflanzen im Zyklus des Jahreskreises und seiner Feste zu vertiefen und praktisch anzuwenden.
Nun gilt es, das Gelernte zu festigen und immer wieder abzurufen.
Und vor allem, sich den Zauber zu bewahren, der in diesem ganz besonderen Jahr gesteckt hat und so überaus schöne und magische Momente erschaffen hat.