Die Pflanzenfamilie der Weiden (Salix) ist groß und vielfältig, etwa 400 bis 450 Weidenarten gehören zu den Weidengewächsen (Salicaceae).
Die Volksnamen lauten: Korbweide, Katzenstrauch, bei den Kelten Bienenweide.
Es gibt sowohl große, baumförmige Arten wie die aufrecht wachsende Silberweide (Salix alba) oder die überhängende Trauerweide (Salix babylonica) als auch strauchige Formen wie die Purpurweide (Salix purpurea).
Charakteristisch für Weiden sind ihre dekorativen, samtweichen, silbergrauen (männlichen) Kätzchen.
Als „Palmkätzchen“ gehören sie zu den ersten Boten des Frühlings. Sie erscheinen vor dem Laubaustrieb, je nach Witterung meist schon im März.
Derzeit haben wir in unserer Region Dauerfrost und alles scheint erstarrt, doch wenn man genau hinsieht, regt sich Leben und die Knospen der Weiden beginnen zu schwellen als klassisches Vorfrühlingszeichen.
Viele Weiden, zum Beispiel die Silberweide (Salix alba), mögen es feucht und wachsen bevorzugt an See- und Flussufern, auf nassen Wiesen.
Weiden, als Bäume und Sträucher, haben meist längliche bis lanzettliche Blätter, die an den Rändern fein gesägt sind. Die Rinde ist glatt, braungrau bis grünlichgelb gefärbt und glänzt.
Weiden sind zweihäusig. Das bedeutet, dass auf einer Pflanze nur männliche oder nur weibliche Blüten sprießen.
Die männlichen, weißen, flauschigen Blüten werden später leuchtend gelb, die weiblichen Blüten dagegen erscheinen unscheinbar grün, verströmen aber einen feinen Honigduft. Erst nach der Blüte entfalten sich dann auch die Blätter.
Während der Blütezeit sind die Kätzchen mit gelbem Blütenstaub überzogen, welcher so früh im Jahr eine wichtige Bienenweide darstellt.
Aus Weidenästen lassen sich Körbe, Besen, Zäune und andere Flechtwaren anfertigen, da die Zweige sehr biegsam sind.
In katholischen Gegenden gehören Sträuße aus Palmkätzchen zu Palmsonntagsfeiern traditionell dazu. Die Weidenzweige werden zu Palmbuschen zusammengebunden und mit bunten Bändern oder bemalten Ostereiern verziert.
Aber in der Weide stecken noch andere Kräfte, ihre Rinde enthält Substanzen, die dem Arzneistoff Acetylsalicylsäure ähnlich sind.
Schon in der Antik wurde Weidenrinde gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt.
1828 wurde einer der wirksamen Inhaltsstoffe – das Salicin – aus der Rinde isoliert. Zehn Jahre später stellten Chemiker aus Salicin die Salicylsäure her, die bereits als schmerzlinderndes Mittel zum Einsatz kam.
Die wirksamen Inhaltsstoffe werden häufig aus diesen beiden Arten gewonnen: Silberweide (Salix alba) und Purpurweide (Salix purpurea).
https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/heilpflanzen/weide-weidenrinde-736507.html
Allerdings stehen Weiden unter Naturschutz und man darf die Zweige nicht einfach so pflücken.
Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist Schonzeit für den Baum-, Hecken- und Strauchschnitt. Hier stellt die Weide eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten dar.
Aber das Ernten eines Zweigleins von 20 bis 30 cm Länge sollte sowieso im späten Winter vor der Blüte erfolgen. Vielleicht findet man auch abgebrochene Äste, die durch Wind oder Schnee zu Boden gefallen sind.
Achtsamkeit ist immer das oberste Gebot der Ernte in freier Natur.
Die Weidenrindentinktur ist ein bewährtes Naturheilmittel bei Schmerzen, Entzündungen und leichtem Fieber.
Mit wenigen Zutaten und etwas Geduld lässt sie sich ganz einfach herstellen.
Und so habe ich es gemacht:
Die Weidenrinde (gerne auch im Apotheken-Onlineversand bestellen) mit einem scharfen Messer abziehen, in kleine Stücke schneiden und in ein passendes Gefäß geben.
Mit 60 bis 70-prozentigem Alkohol übergießen, bis die Rinde vollständig bedeckt ist.
Das Glas an einem dunklen, kühlen Ort 6 bis 8Wochen ziehen lassen. Während dieser Zeit täglich schütteln.
Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
Anwendung:
2- bis 3-mal täglich einige Tropfen in einem halben Glas Wasser verdünnt einnehmen.
Aufgrund des Alkoholgehalts sollte die Tinktur nur kurzfristig angewendet werden.
Natürlich kann Weidenrindentinktur auch im Handel bezogen werden.
Bitte nicht verwenden, wenn Blutverdünner eingenommen werden oder bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate (Aspirin).
Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit, nicht bei Kindern und Jugendlichen und auch nicht vor anstehenden Operationen.