Seit jeher fasziniert sie Menschen und rückt vor allem in der Adventszeit in den Fokus, die weißbeerige Mistel (Viscum album), eine Pflanzengattung innerhalt der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae).
Die Zweige des geheimnisvollen Baumbewohners werden gerne als immergrünes Dekomaterial genutzt.
„Von den Göttern selbst auf die Bäume gestreut“, so glaubten einst die Germanen, wurden und werden diesem Wintergrün besondere Wirkungen zugeschrieben.
Als Schutz vor Feuer, Blitz, bösen Geistern und Hexen wurde es an die Hauswand oder unters Dach gehängt und deshalb auch als Donner- oder Hexenbesen bezeichnet.
Bei der Mistel werden je nach bevorzugter Wirtspflanze drei Unterarten unterschieden: die Kiefernmistel, die Tannenmistel und die Laubholzmistel.
Laubholz-Mistel lebt auf Pappeln, Weiden, Apfelbäumen, Birnbäumen, Weißdorn, Birken, Eichen, Linden und Ahornen.
Bei den Nadelbäumen bevorzugt sie Kiefern und Tannen.
Alle sind sogenannte Halbschmarotzer: Sie betreiben zwar selbst Photosynthese (im Gegensatz zu den echten Schmarotzern), entziehen dem Wirtsbaum jedoch Wasser und Nährstoffe.
Während Bäume in Trockenzeiten ihren Wasserverbrauch stark reduzieren, verdunstet die Mistel das knappe Wasser nahezu ungebremst weiter.
Die Folge: Bereits durch Trockenstress geschwächte Bäume geraten zusätzlich unter Stress, werden anfälliger für andere Schadorganismen und können im Extremfall absterben.
Quelle: https://www.lwf.bayern.de/service/presse/390976/index.php
Vor allem im Winter fällt die Mistel auf, wenn sie als runder, grüner Knäuel auf kahlen Ästen sitzt.
Auch medizinisch wird die Mistel genutzt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gilt die Pflanze als alternatives Heilmittel gegen Krebserkrankungen.
Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie (eine alternative Heilmethode), führte das Kraut in der Tumortherapie ein. Sein Ansatz: Die Mistel entziehe ihrem Wirt – normalerweise ein Baum – Wasser und Nährstoffe und hungere diesen damit langfristig aus. Auch Krebs ließe sich auf diese Weise bekämpfen.
Bislang gibt es jedoch keine überzeugenden Studien, die eine Wirkung belegen.
Quelle: https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/heilpflanzen/mistel-736341.html
Die Mistel ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt, männliche und weibliche Blüten wachsen getrennt voneinander auf zwei Pflanzen.
Misteln blühen erst nach fünf bis sieben Jahren zum ersten Mal, jahreszeitlich allerdings weit vor den meisten anderen Pflanzen: im Winter, zwischen Februar und März.
Ihre Blütenstände sondern eine Art Nektar mit orangenähnlichem Duft ab, der Fliegen, Bienen, Hummeln, Ameisen und viele andere Insekten anlockt, die für die Bestäubung sorgen.
Die Früchte reifen bis Anfang Dezember als weiße Scheinbeeren.
Die Mistel wächst extrem langsam, sie bildet erst nach zwei Jahren die ersten Blättchen und zeigt erst nach fünf bis sieben Jahren die ersten Blüten.
Da sie ihre Früchte nicht abwirft, ist sie auf die Verbreitung durch Vögel angewiesen.
Als wichtigste Verbreiter gelten Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Wacholderdrossel und Seidenschwanz.
Dabei nimmt sich die Natur eine spezielle Eigenschaft zuhilfe: die weißen Früchte sind so klebrig, dass ein Teil davon an Vogelschnäbeln haften bleibt. Vor allem Misteldrosseln und Seidenschwänze naschen gern von den Beeren. Wetzen sie ihren Schnabel an einem Zweig oder Ast, kleben die Mistelsamen an der Rinde des künftigen Wirtsbaumes fest.