Der Garten im Advent

Wenn die Farben im Garten verblassen, dann kommen sie ins Spiel.
Beeren an Heckenrosen, an Büschen und Eiben, glänzend schwarzblaue Apfelbeeren.
Auch Samenstände an verblühten Stauden in von Form von Dolden und Körbchen, die Bienenwaben ähneln oder die igeligen Köpfchen des Purursonnenhutes sehen dekorativ aus.
Die vertrockneten Blätter und Stängel schützen die Pflanzen vor Frost und stellen eine Futterquelle dar.

Auch Rosen, vor allem Bodendeckerrosen, blühen noch immer und tupfen verhaltene Farbe in die Beete oder vor die Hauswand und sei es nur in schlichtem Weiß.
Die ersten Christrosenblüten stehen kurz vor dem Bersten, verraten ihre Tönung und signalisieren, dass sich auch bei Kälte und Nebellage etwas im Garten „rührt“.

Dafür sorgen schon Eichhörnchen, wenn sie quer durch den Garten flitzen oder die kleinen munteren Vögelchen. Sie haben ihre Lieblingsplätze, mögen es, ihre Ration Wasser aus einem Glaswindlicht zu trinken und halten sich dabei am Gestänge fest.

Darum wird bei frostigen Temperaturen auch wieder ein wenig gebastelt, da Futterherzen einfach zu schön aussehen gut getarnt im Blätterwerk des Rhododendrons. Auch der mit Körnern und Beeren gespickte Tannenzapfen wird gerne angenommen, sofern das Versteck sicher ist vor größeren Vögeln.

Laut Bund Naturschutz  ist eine Fütterung bei geschlossener Schneedecke und Temperaturen unter Minus 5 Grad in Ordnung. Die Futterstelle sollte aber vor Witterung geschützt und sauber gehalten werden, um Infektionen vorzubeugen.

Und da der Guglhupf auf einem Teller serviert, an einem geschützten Ort, letztes Jahr beliebter Treff für die Kleinen war, wird das Vogelcafé wieder pünktlich zur Adventszeit eröffnet.
Für den Schichtkuchen gebe ich eine kleine Menge einer selbst zusammengestellten Körnermischung in eine kleine Guglhupfform, fülle mit erwärmtem Fett (Kokosöl mit einem Spritzer Öl)  auf, gebe die Form kurz ins Gefrierfach, damit die Masse erhärtet. Währenddessen bereite ich die nächste Schicht vor, dieses Mal vielleicht mit Beeren vermengt, fülle sie in die Form, bis der Kuchen die richtige Höhe hat.

Nach dem Abkühlen kann die Form kurz in heißes Wasser getaucht werden, damit sich der Futterkuchen leicht stürzen lässt.
Nun kann der Leckerbissen noch mit schmackhaften Beeren gespickt werden.

Auch der Adventskranz ist fertig gebunden, dieses Mal mit Efeuranken und Zweigen von Lärchen, die drüben in der Anlage ausgelichtet wurden. Der Kranz mit klassisch weinroten Kerzen (wie immer auf einer Hälfte drapiert) bleibt aber als Deko auf dem Terrassentisch.
Das längliche Tablett für den Wohnzimmertisch ist neben den vier Kerzen mit gesammelten Lärchenzapfen bestückt und hat zur Zierde kleine Sternchen aus Bienenwachs, beduftet mit ätherischem Nelkenknopsenöl und Zimt, bekommen.

Mit diesen kleinen Kreativhandlungen, die eher minimalistisch und natürlich anmuten, wird die (für mich) schönste Zeit im Jahr eingeläutet.

Der Garten hat sich eh in Schale geworfen und braucht nicht viel Schmuck. Ab und zu ziert eine Eisschicht den Teich oder die Feuerschale. In den Töpfen stecken Hornveilchen, Zweige von Kirschlorbeerbüschen, Efeuranken, rote Beeren und dicke Baststerne.
An besonderen Tagen wird auch die „Wintermaske“ aufgetragen, mit ein wenig Schneepuder, Glitzerforst oder Beerenglanz.

Natürlich spielt Licht in der Adventszeit eine große Rolle, da es jahreszeitenbedingt rar ist.
Lichterketten auf Gehölzen, um Balustraden gewunden. Kleine Laternen, Windlichter, Kerzen, flackernde Teelichter, Stövchen, duftende Aromalämpchen, überall wird mit Lichterquellen für mehr Behaglichkeit gesorgt. Auch Solarlichter schenken ein wenig Helligkeit.
Auch der Adventskranz ist ein Symbol für Licht. Oder die Kerzen am Weihnachtsbaum. Ebenso das „Luciafest“, das am 13. Dezember besonders in Schweden gefeiert wird, aber auch hier in unserer Region.

Viele Sitten und Gebräuche unterliegen dem Rhythmus der vier Jahreszeiten und werden ja nach Ort in unterschiedlicher Intensität gefeiert. Und natürlich spielen die eigenen Vorlieben eine Rolle.
Vermutlich ist es auch der Kontrast zwischen Melancholie und Fröhlichkeit, der erst eine „Intensität“ aufkommen lässt.
Lange, dunkle Winter im Norden, graue November- und Dezembertage, an denen es kaum hell wird, hier in unseren Breiten.

Am 21. Dezember wird es einen speziellen „Licht“-Blick geben, die Wintersonnenwende, wenn die Sonne am Horizont so tief wie an keinem anderen Tag des Jahres steht. Der kürzeste  Tag des Jahres ist auch offizieller (astronomischer) Winteranfang.
Ab nun werden die Tage langsam wieder länger und heller, auch wenn es derzeit nur ein winzig kleiner Mückenschritt ist.

Ein tröstlicher Ausblick und an dieser Stelle möchte ich allen Lesern eine wunderschöne Adventszeit wünschen, ein friedliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch in ein gesundes, neues (Garten) Jahr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.