Lavendel in der kalten Jahreszeit

… zur Körperpflege und als Seelentröster.

Im Herbst verändern sich nach und nach Vorlieben und Hobbys.
Vorher gab es nichts Schöneres als auf frische Blüten zu warten, in der Blumenwiese zu säen, neue Stauden zu setzen, all die Pflänzchen zu hegen und zu pflegen. Das fällt nun weg.

Das Laub muss von der Wiese entfernt werden. Pumpen und Becken vor Kälte gesichert, Töpfe auf Balkon mit Matten geschützt werden.
Empfindliche Stauden und Rosen erhalten Jutesäckchen mit Bändern umwickelt, die sie wie kleine Wesen aussehen lassen.
Langsam wird der Garten winterfest

Nun kommen getrocknete Blüten ins Spiel, die ich das ganze Jahr über gesammelt habe.
Für das Kräuteraromalämpchen, das täglich beim Frühstück entzündet wird und nicht so gute Gerüche in der Küche neutralisiert.
Außerdem wirkt der Duft stimmungsfördernd, das tröstlich schimmernde Leuchten des Teelichts sorgt für einen guten Start  in den Tag.

Mein größter Trumpf ist derzeit ein Lavendelmazerat (Ölauszug), das ich vor einigen Wochen mit frischen Lavendelrispen in Jojobaöl hergestellt habe.
Nun kann ich es abfiltern, da es wunderbar nach Lavendel duftet und die Wirkstoffe in das Öl übergegangen sind.

Lavendel (Lavandula) aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) findet sich mit Sicherheit in jedem Garten und vielleicht auch auf dem Balkon.
Im Kräuterbeet verbreitet er mediterranes Flair ebenso wie Bartblume, Heiligenkraut und Gewürzsalbei.

Die Halbsträucher, die aus trockenen Gebieten stammen, vertragen weniger Feuchtigkeit, vor allem auch im Winter. Sie benötigen einen sonnigen und warmen Standort. Wichtig ist ein guter Wasserabzug, eventuell auch das Einarbeiten von Splitt oder Schotter.
Hier ein wenig zum Nachlesen:
www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/gartencast/098625/index.php

Nun im Herbst und Winter kann das ätherische Öl aus den Blüten von Lavandula officinalis gut genutzt werden, beispielsweise für einen Duft in der Aromalampe. Die ätherischen Öle der Pflanze bewirken Entspannung und gelten als Seelentröster.

Da ich immer gerne Bienenwachsplättchen verwende, gebe ich dieses Mal in die geschmolzene Masse ein wenig ätherisches Lavendelöl hinzu (entspannend), Orange (ausgleichend), Bergamotte (stimmungsaufhellend) und Amyris (aphrodisierend).
Es sind zwei kleine Sterne entstanden, die hinreißend duften.

Im Magazin LandAPOTHEKE – Heilen und Pflegen nach alter Tradition, Herbst/Winter 1-2016 sind von Kräuterfrau Christine Pommerer Rezeptvorschläge enthalten, um mit einfach gewählten Zutaten aus der Natur Geschenke zum Pflegen und Verwöhnen zu bereiten.
Auch hier lässt sich der Lavendelölauszug gut verwenden.

Körperbalsam zur Pflege und Regeneration der Haut
Zutaten:
6 g Sheabutter
13 g Kakaobutter
25 ml Mandeöl
Ätherische Öle nach Belieben

Und so  habe ich es gemacht (mit der Hälfte der angegeben Mengen) :
3 g  Sheabutter, 6,5 g Kakaobutter, 6 g Mandelöl und 6,5 g Jojoba-Lavendel-Mazerat in ein Becherglas geben und die Masse sanft schmelzen lassen.
Anschließend mit einer Mischung aus ätherischem Lavendelöl und Ylang-Ylang beduften. In einen kleinen Glastiegel abfüllen. Im Kühlschrank fest werden lassen.

Nach dem Duschen oder Baden auf die feuchte Haut auftragen.
Es ist eine wunderbare Pflege entstanden, die minimalistisch ist und auf unnötige Zusatzstoffe und Verpackungen verzichtet.

Dadurch dass ich einige Lavendelrispen stehen gelassen habe, wirken die Kräuterbeete um diese Jahreszeit nicht so trist und farblos.

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