Der meteorologische Herbst hat am 1. September begonnen.
Nach den heißen Sommermonaten ist das wieder eine völlig neue, höchst angenehme Erfahrung.
Kühlere Nächte, Abende, an denen es früher finster wird.
Niederschläge, grüne, nachwachsende Wiesen.
Diie Natur atmet spürbar auf nach der sehr, sehr langen Durststrecke.
Was geblieben ist; das dürre Laub der hitzegeplagten Bäume, das frühzeitig den Boden bedeckt.
Und wieder stand eine Exkursion an, die innerhalb der einjährigen Ausbildung zur Kräuterpädagogin regelmäßig stattfinden.
Die Berufsbezeichnung „Kräuterpädagogin“ ist in Deutschland nicht staatlich geschützt; es wird auf fundiertes Wissen, Praxis und verantwortungsvolle Anwendung gesetzt.
Es ist eine weite Fahrt und zwischenzeitlich wird das Einzugsgebiet für die Kräuterschule „Spirit of Nature“ – die Kräuterschule für ganzheitliche Wildpflanzenkunde und traditionelle Naturmedizin – immer größer.
www.kraeuter-son.de/
Der online Kurs, der ein ganzes Jahr lang zwei Mal im Monat am Abend für zwei Stunden stattfindet und durch fünf Präsenztage vorort ergänzt wird, ist eine schöne Möglichkeit, noch tiefer in die Welt der Pflanzen einzutauchen und auf Gleichgesinnte zu treffen, die ähnlich „ticken“.
Das Wissen um Wildpflanzen im Zyklus des Jahreskreises wird vertieft, praktisch angewendet und ermöglicht so das Erspüren des eigenen Bio-Rhythmus.
Es gibt auch viele Angebote für den persönlichen Austausch in einer geschützten Gruppe, um Rezepte zu teilen oder Pflanzen gemeinsam zu bestimmen.
Eine große Rolle, schon fast tragende Rolle im Kräuterjahr spielt auch die Signaturenlehre.
Was verrät das Aussehen einer Pflanze über ihre Heilkraft?
Warum sagt ein Pflanzenname so viel aus?
Unsere Volksmedizin basiert in erster Linie auf dieser Signaturlehre, deren Begründer der mittelalterliche Arzt (auch Alchemist und Naturphilosoph) Paracelsus (1493 bis 1541) war.
Hatten Pflanzen Ähnlichkeit mit einem menschlichen Körperteil, wurde eine besondere Eignung für die Behandlung bestimmter Krankheiten abgeleitet.
Auch Farbe, Geruch, Duft oder Standort wurde mit einbezogen.
Und das alles im Hinblick auf die acht (keltischen) Jahreskreisfeste, die im Rhythmus der Natur das Jahr strukturieren.
Ähnlich wie ein Kalender, der wichtige Feste oder Wendepunkte markiert.
Manchmal ist das eine gute Möglichkeit sich zu orientieren und Fuß zu fassen im trubeligen Alltag.
Diesmal stand die Herstellung von Oxmel auf dem Programm im September-Treffen.
Hierbei handelt es sich um heilkräftigen Sauerhonig, ein Gemisch auf Honig, Essig und ausgewählten Pflanzenteilen.
Dies gilt als natürliches Heil- und Stärkungsmittel und war früher Standard im Apothekerschatz. Er existiert, seitdem es Honig gibt.
Im Apfelessig finden sich fast alle Inhaltsstoffe des Apfels wieder: Mineralien, Spurenelemente, Vitamine, Flavonoide, Antioxidantien, Zitronen- und Eissigsäure und Aminosäuren.
Apfelessig wirkt anregend auf den Stoffwechsel, wirkt einer Übersäuerung des Körpers entgegen, da er basisch verstoffwechselt wird. Außerdem sorgt er für eine gesunde Darmflora.
Honig enthält antibakterielle und entzündungshemmende Stoffe.
Kräuter, Rosenblüten, Beeren, Obst oder Wurzeln runden das Gespann ab.
Anwendung:
Einnahme 1 Teelöffel Oxymel in einem Glas Wasser.
Schmackhaft sind auch Oxymele als Salatdressing, hierbei mit Öl, Salz und Kräutern gemischt.
Ich mixe es auch gerne ins Mineralwasser mixen und habe so ein schmackhaftes, gesundes Getränk.
Beim Sammeln vorort habe ich mich für Sanddorn, Ringelblumenblüten, Zitronenmelisse und jeweils eine Spalte klein geschnittenen Apfel und Birne entschieden.
Hierbei bitte immer Vorsicht, Birne und Apfel enthalten Wasser und somit bewahre ich den Sud während der Reifezeit im Kühlschrank auf.
Wie wird Oxymel angesetzt?
150 g Honig
150 g Apfelessig
eine kleine, bewusst gewählte Menge geeigneter Kräuter, Blüten, Wurzeln oder Früchte
Honig und Essig zu gleichen Teilen im Schraubglas gründlich schütteln oder verrühren.
Nun das Pflanzenmaterial zugeben, bis alles vollständig bedeckt ist.
Das Glas beschriften und kühl sowie dunkel ziehen lassen.
Regelmäßig schwenken. Nach ca. zwei Wochen sorgfältig abseihen.
Eine Inspiration des Kurses war ein bereits fertiges Oxymel auf der Basis von Himbeeressig, Honig, einem halben kleingeschnittenen Apfel, Rosenblüten und Melissenblätter.