Räuchern mit dem Räucherstövchen

InselEs gibt Situationen im Leben, da möchte man am liebsten auf eine Insel reisen, fernab von Zivilisation, fernab von der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht für jemanden, der selbst nicht mehr so gut dazu in der Lage ist.

Die Reise auf die Insel scheidet aus mannigfaltigen Gründen aus, also wird die Insel hier in meine unmittelbare Umgebung geholt.
So praktiziere ich es schon seit ein paar Jahren, wobei die gedankliche Vorstellung sich immer mehr ausweitet.

Entweder gehe ich ein Schritte in den Garten oder in die Natur oder suche mein kleines Yogastudio auf, das mit dem Rad erreichbar ist.
Auch hier wird mit Düften gearbeitet,  mit ruhiger Musik, mit Entspannung und dem Gedanken der Achtsamkeit, wobei die Asanas (Übungen) der Yoga-Praxis für Flexibilität rundum sorgen.

AromameltsZusätzlich umgebe ich mich mit angenehmen Düften beispielsweise aus der Aromalampe mit dem mit ätherischen Ölen bedufteten Bienenwachs. Das ist aber dem Abend vorbehalten.

Neu ist es für mich zu räuchern. Das hört sich vielleicht ein wenig altertümlich an, aber ich habe eine einfache Variante für mich gewählt.

Mit „Räuchern“ verbinde ich die „Raunächte“, der Zeitraum zwischen dem 25. Dezember und dem 06. Januar.
Vorchristlicher Aberglaube und altes Brauchtum ranken sich um diese Nächte. Teils wurde mit bestimmten Pflanzen geräuchert, um bösen Geistern Einhalt zu gebieten, aber auch zur spirituellen Reinigung.

KräuterbuschenFrüher wurden dafür Räucherpfannen benutzt, in die man Glut aus dem Herd legte. Über die Glut wurden beispielsweise Weihrauch und fein zerhackte Kräuter gestreut, auch aus dem „Kräuterbuschen“, der am 15. August zu Maria Himmelfahrt gebunden wird.
Dann wurde durchs Haus gegangen, durch die Ställe. Es ging hier wohl unter anderem um eine desinfizierende Wirkung

Der Einfluss der Gerüche (hier das Räuchern) wirkt über den Geruchssinn auf Gedächtnis und Gefühl. Es wird das Limbische System aktiviert. Es ist jener Bereich, in dem Verhalten gesteuert wird. Hier werden auch Erlebnisse mit den jeweiligen Düften gespeichert und können abgerufen werden.
(Psychische Wirkung von etherischen Ölen, Prof. Wabner).
Es hat somit Einfluss auf das Wohlbefinden und diesen Effekt möchte ich gerne nutzen.

Kräuter werden bei Blühbeginn und während der Blüte gesammelt, am besten in der Mittagszeit, damit der Tau abgetrocknet ist. Getrocknet werden sie nicht in der Sonne, sondern (an einem trockenen Ort) kopfüber aufgehängt…

Hier ein kleiner Auszug aus Pflanzen, die geeignet sind zum Räuchern:
Beifuß, Hagebutten, Rosenblüten, Jasmin, Arnika, Johanniskraut, Dost, Eisenkraut, Schafgarbe, Thymian, Baldrian, Muskatellersalbei , Mädesüß, oder auch Harze…

Um in den Genuss einer Räucherwirkung zu kommen, habe ich einen Kompromiss gefunden, ein kleines Räucherstövchen.
Es wird nur mit einem Teelicht „beheizt“. Auf das Sieb oben kommt die Räucherware.
Es heißt auch, dass man die Reste auch sammeln (das Räucherwerk verbrennt  nicht vollständig) und bei offenem Feuer verheizen kann, was wunderbar riechen soll.
Mein Räucherstövchen steht in der Küche und wird bereits am frühen Morgen entzündet, um den Start in den Tag zu verschönern. Dabei schwelen die Kräuter und hinterlassen einen ganz eigenen Geruch, der zusammen mit dem schwachen Schimmerschein des Teelichtes ein überaus positives Signal setzt.

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