Echte Schlüsselblume – Primula veris

Im zeitigen Frühjahr, Anfang März, wenn die Vegetation in Bewegung kommt, ist das charakteristische, hellgrüne Blattwerk der Schlüsselblumen zu erkennen. Die Blättchen stehen in einer kleinen Rosette und sehen länglich bis eiförmig aus. Der Rand ist leicht gesägt.
Bald werden die Pflänzchen die ersten Farbtupfer am Wiesenrand oder mitten im Grün setzen.

Für mich sind sie die Frühlingsboten schlechthin, nach Schneeglöckchen und Krokussen (die den Erstfrühling einläuten).
Und auch eine tröstlich schöne Erinnerung an die Kindheit, denn damals waren die Wiesen in freier Natur voll leuchtend zitronengelber Schlüsselblumen, die als Sträußchen für die Vase gepflückt wurden.

Der Legende nach  ließ der heilige Petrus im Himmel seinen Schlüsselbund fallen und dort, wo dieser auf die Erde traf, sollen Schlüsselblumen gewachsen sein.
Zugleich kann der Name auch auf den Beginn der Blütezeit hinweisen, da die Pflanze als echter Frühblüher eine neue Phase „aufschließt.“

Es gibt zwei Schlüsselblumen-Arten, die sich als pflanzliche Arznei nutzen lassen: die Frühlingsschlüsselblume (Primula veris) und die Hohe oder Wald-Schlüsselblume (Primula elatior).
Beide Arten gehören zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae).

Die Blüten der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior)  sind blasser als die der Frühlingsschlüsselblume, außerdem fehlt ihnen der Duft. Sie wachsen auf feuchten Wiesen, an Bachläufen, während die Frühlingsschlüsselblume (Primula veris) auf trockenen, sonnigen Wiesen und in lichten Wäldern zu finden ist.
Die Blüten der Frühlingsschlüsselblume (Primula veris) – auch Duftende Schlüsselblume genannt oder Wiesenschlüsselblume – verströmen hingegen einen zarten Duft. Auf der Innenseite der  Kronblätter sind fünf orangefarbene Flecken zu erkennen.

Man verwendet sowohl die getrockneten Wurzeln als auch die getrockneten Blüten mit Kelch.
Seit dem Mittelalter ist die Schlüsselblume als Heilmittel bekannt. Bei Gicht und Rheuma, bei  Kopf- und Gliederschmerzen, aufgrund der enthaltenen Salicylsäurederivate, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.
Hildegard von Bingen empfahl die Heilpflanze auch bei Melancholie.

Heute wird die Schlüsselblume hauptsächlich  in ihrer Eigenschaft als schleimlösendes Mittel eingesetzt.  Denn sie hilft bei Katarrhen der oberen Luftwege und bei Husten.  Sie entwässert und entlastet  somit Herz und Kreislauf.
Schlüsselblumentee hilft bei Erkältungen, Schlüsselblumentinktur stärkt das Nervensystem, Schlüsselblumensirup hilft bei Nervosität, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. (Quelle: Magazin LandIDEE – LandAPOTHEKE – Heilen und Pflegen nach alter Tradition, Frühjahr 1-2017).

Eine  Rezeptur möchte ich gerne testen: Schlüsselblumenöl, hilft gegen Juckreiz. (Quelle: Magazin LandIDEE – LandAPOTHEKE – Heilen und Pflegen nach alter Tradition, Frühjahr 1-2017).
Zutaten:
30 g getrocknete Schlüsselblumenblüten mit Kelch
250 ml Mandelöl

Zubereitung:
Die Blüten in ein Glas geben und mit dem Öl übergießen. Bei Zimmertemperatur ca. 3 Wochen ziehen lassen, gelegentlich schwenken.
Danach abseihen und in eine Flasche abfüllen.

Anwendung:
Die betroffenen Hautstellen zwei bis drei Mal täglich mit dem Öl einreiben.
Die Schlüsselblumenblüten habe ich als Tee in der Apotheke bestellt.

Hier ein Link zum Nachlesen:
www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/schluesselblume-primelwurzel

Schlüsselblumen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht entnommen werden. Sie zählen zu den am stärksten bedrohten Arzneipflanzen.
Aber man kann sie nutzen und sich daran erfreuen, wenn man sie in den eigenen Garten holt.

Wie der Name schon verrät, ist die Echte Schlüsselblume mit der Gartenprimel (Primula vulgaris) verwandt.
Ein wenig wird es noch dauernd, bis die Blüte erscheint.

„Alles was wir brauchen, um gesund zu bleiben, hat uns die Natur reichlich geschenkt.“
                                                                   Sebastian Kneipp

Damit meinte er allerdings das Zusammenwirken der fünf Kneipp Säulen wie Lebensordnung, Heilpflanzen, Ernährung, Bewegung, Wasser und Wickel (Behandlung mit Wasser durch temperaturmäßige Abstufung und Begrenzung auf bestimmte Körperregionen).

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