Ein „Biotop“ im Wandel der Jahreszeiten

StammEin „Biotop“ im Wandel der Jahreszeiten…

So schön es ist, die Vorteile des „Netzes“ zu nutzen, so viele Nachteile kann es auch haben und ich muss mir eingestehen, dass ich zu viel Zeit vor dem Computer verbringe und zu oft virtuell unterwegs bin.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind mehr oder weniger fixe Computerzeiten für mich Pflicht genauso wie zwei Aufenthalte im Freien, den Garten dabei ausklammert.
Es ist Routine (und geht natürlich nur, wenn man die Zeit frei einteilen kann), früh morgens noch vor dem Frühstück (der Kaffee läuft bereits, der Kräutertee ist aufgegossen) eine kleine Laufrunde einzulegen.
Da wir direkt gegenüber einer Grünanlage wohnen, ist das kein großer Akt.

RingelblumeAm frühen Abend wird dann meist ein kurzer Spaziergang gemacht, und zwar in meinem „Ökogelände“.

Es umschließt eine Grünanlage mit angrenzendem Sportplatz, mit Streuobst- und Blumenwiese, ein Stückchen entfernt ist ein bepflanzter Wall errichtet worden, der die Bewohner vor Lärm schützen soll.
Man kann den Wall mühevoll erklimmen, indem man sich an Wurzeln und Halmen festhält, mit Absicht erschweren die dornigen Gewächse den Aufstieg. Auf dem „Kamm“ wird man mit einer schönen Aussicht über den Stadtteil belohnt. Ich kann erkennen, ob Föhn herrscht, oftmals ruckelt weiter entfernt ein Zug und stößt dabei ein pfeifendes Geräusch aus. Hier oben stelle ich immer fest, dass „die Luft rein ist“.

Diese Spaziergänge nenne ich auch „Besinnungsgänge“, denn wenn mir der Wind um die Nase bläst, wird mir bewusst, wie ich weiter fortfahren möchte. Mit Projekten, mit Ideen, zum “Runterkommen“ und Abschalten ganz allgemein.

Wenn ich die Besinnungsgänge ausweiten möchte, wähle ich zwei Geheimpfade. Einer führt am Rande des Sportplatzes ganz unvermittelt ins Biotop, ein anderer erlaubt den Durchschlupf an einem Zaun, der als Abgrenzung des Naturschutzgebietes dient.

Ein „Biotop“ im Wandel der Jahreszeiten…

Das BiotoNistturmp liegt auf einem ehemaligen Kasernengelände, auf dem große Hallen standen, die vor drei Jahren dem Erdboden gleichgemacht wurden. Die Fläche wurde mit Schotter aufgefüllt und wächst nach und nach zu.

Das Areal wird nun als Naturschutzgebiet und Ausgleichsfläche erhalten und gefördert. Ab und zu werden Führungen vom Bund für Vogelschutz abgehalten.

Es beherbergt seltene Flora und Fauna.

Schmetterlingsarten wie beispielsweise den Silberfleckbläuling oder  Schachbrettfalter, Ödlandschrecken, wilde Blumen wie Königskerze, Wundklee, Ästige Graslilie, Felsennelke, Leinkraut, Skabiosen-Flockenblume oder den Fransenenzian.

Für Mauersegler, Turmfalken und Dohlen wurden extra Türme mit Nistplätzen errichtet.
Hier ist auch die Stelle, wo ich Johanniskraut pflücke für ein Rotöl.

Es ist eine HeidelKaserneandschaft, die ein- oder zweimal im Jahr gemäht wird.

Früher verlief eine Bahnlinie als Zubringer für die Kasernen, die Ladefläche existiert noch wenn auch leicht verwittert, der Schotter zwischen den ehemaligen Schienen zeugt davon.

Das Areal wurde weiterhin mit Schotter aufgefüllt, teils wurden kleine Hügel und Wälle aufgeworfen, damit Tiere Unterschlupf finden. Das Spazierengehen auf dem Geröll ist so mit Absicht erschwert, denn das Gebiet soll vordergründig dazu genutzt werden, dass vom Aussterben bedrohte Tierarten in Ruhe nisten können und seltene Pflanzen sich ausbreiten.

HagebuttenGestern hat der kalendarische Herbst begonnen.

Wer möchte, kann ganz gemächlich (wenns die Zeit erlaubt) ein paar Stationen verfolgen, wie das Biotop sich im Wechsel der Jahreszeiten verändert.

Ich freue mich darauf, ab und zu ein paar Eindrücke zu dokumentieren…

 

 

 

 

 

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