Frühling mit Felicia

Frühling zu erleben zusammen mit  Family und Felicia ist abwechslungsreich, arbeitsam und intensiv und hält vor Augen, dass es auf die kleinsten, oft verborgenen Details ankommt, um ausgeglichen durch den Alltag zu kommen.

Tanzende Blüten der Zierkirsche, die wie Schneeflocken aussehen, wenn der Wind sie durch die Luft wirbelt. Felicia hascht mit ihren Pfoten.
Funkelndes Wasser in kleinen Becken und Feuerschalen, die der Frost des Nachts immer wieder zum Erstarren bringt.
Frische Blüten, die nach Frühling duften.
Zarte Tulpen, die sich langsam öffnen.
Bärlauch, der gepflückt gehört und die Portion Salat verfeinert.
Eine  mit Himmelschlüssel übersäte Blumenwiese.
Ein Garten, der mit jedem Tag ein wenig leuchtender und farbiger wird. Die Blattentfaltung geht langsam voran.

Felicia sorgt dafür, dass ich meinen Rhythmus diszipliniert einhalte, wobei sich Wochentage nicht von Feier- oder Sonntagen unterscheiden.
Spätestens um 7 Uhr morgens ist das Frühstück vorbereitet, Kaffee und  Kräutertee aufgebrüht, untermalt von Felis durchdringenden Lauten. Gefrühstückt wird erst später.
Ohne Murren lässt sich Samtpfötchen das weiche Brustgeschirr anlegen, zur Sicherheit streife ich meine kleidsamen Rosenhandschuhe aus ockerfarbenem Leder über, die mich vor Kratzern schützen.
Denn Felicia klettert an den kleinen Obstbäumchen hoch, verheddert sich in Dornenbesetzen Ästen oder erklimmt Zaunsäulen.
Ich öffne die Küchentür und wir tauchen in die morgendliche Kälte ein.

Es wird noch viel Überzeugungsarbeit kosten, Felicia an die lauten Geräusche im Freien zu gewöhnen, sobald es wärmer wird. Denn dann rührt sich Leben in den Gärten.
Nachbarn, die Laub blasen, mähen, vertikutieren, hochdruckreinigen, gesellig zusammensitzen, lärmen.
Auch die kleine Eisfabrik wird ihre Arbeit aufnehmen und geräuschvoll den Transporter zum Ausfahren beladen.
Noch schätzt Felicia die ruhige Idylle des frühen Morgens.

Die Obstbäumchen beginnen zu blühen, was hübsch aussieht, wenn die weißen Blüten zarte Wölkchen in den Himmel zeichnen.

Heute hat Felicia sich vorgenommen, systematisch die Bäumchen zu bespringen. Einige hat sie schon abgehakt. Sie haben zahlreiche verzweigte Äste und machen das Klettern schwierig.
Und dann passiert es.
Feli klettert zu hoch, verfängt sich mit der Leine, wobei sie zum Glück aus dem Brustgeschirr gleitet.
Überrascht klettert sie immer höher und höher. Das Bäumchen ist schlank wie eine Säule, aber dicht verzweigt.
Felicia, leicht wie eine Feder, klettert auf die dünnsten und höchst gelegenen Äste, die sich gefährlich weit biegen. Und maunzt ratlos und zunehmend verängstigt.

Hochklettern ist nicht schwierig, ähnlich wie beim Bergsteigen, wo Spikes an den Schuhen das Festhalten erleichtern, funktionieren auch Katzenkrallen.
Aber wie kommt Samtpfote wieder herunter, auch wenn Felicia es schon einige Male geübt hat? Aber nicht von dieser Höhe aus.

Es hat leicht zu regnen und begonnen und ist eiskalt.
Nach erfolglosen Lockrufen hole ich die große Leiter aus der Garage, lehne sie an dünnen Stamm und versuche in eine für mich schwindelerregende Höhe zu steigen. Noch fehlt ein ganzes  Stück.
Feli rutscht ab und hängt an einem dünnen Ast wie eine zappelnde Fledermaus.

Letztendlich schafft sie es nach gutem Zureden, den etwas dickeren Hauptstamm wieder zu erreichen und nach einigen Versuchen kann ich sie mit einer Hand greifen.

Engel auf Pfoten. Nicht alle Engel haben Flügel, manche haben Schnurrhaare.
Heißt es im Volksmund.
Und manche Kätzchen haben Schutzengel.

Der Tag ist gerettet – in jeder Hinsicht.

 

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