Winterlich fruchtiger Quittenlikör

Ein reizvolles Ziergehölz für den Garten ist die Zierquitte (Chaenomeles), auch Scheinquitte genannt, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.
Sie ist in Ostasien beheimatet und wird seit 200 Jahren in Europa kultiviert.

Die bekanntesten Zierquitten-Arten sind Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica) und Chinesische Zierquitte (Chaenomeles speciosa), deren Wuchs etwas stärker ist. Fast alle Zierquitten-Sorten haben Dornen und eine sparrige Krone.
Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und sind ideale Begleiter für Wildgehölze im naturnahen Garten.

Bereits im März noch vor dem Laubaustrieb erscheinen die orangeroten, insektenfreundlichen Blüten der Zierquitte. Daraus bilden sich im Herbst apfelförmige Quitten.
Scheinquitten sind reif, wenn sie gelb werden und auch den charakteristisch leicht parfümierten Duft verströmen.
Das beste Aroma entfalten Zierquitten, wenn sie schon etwas Frost abbekommen haben. Danach müssen die Früchte gleich geerntet und möglichst schnell aufgebraucht werden.
Verarbeiten lassen sich Zierquitten ähnlich wie echte Quitten, also zu Gelee, Früchtepaste (Quittenbrot) oder Likör.

Aber selbst wenn die kleinen Zierquitten nicht geerntet werden und am Strauch bleiben, gibt es dankbare Abnehmer:  Vögel, die ein zusätzliches Futterangebot in der kargen Zeit schätzen. Außerdem sehen die Früchte wunderschön aus als leuchtender Blickfang.

Gut in die winterliche Jahreszeit passt fruchtiger Quittenlikör, wobei er schnell angesetzt ist. Die Reifezeit benötigt allerdings schon Geduld.
Durch den leicht bitteren Geschmack der Quitten wirkt dieser appetitanregend.
Ein wenig Zimt oder Vanillearoma einer Schote mildern die Bitterkeit der Früchte und Honig oder Kandiszucker sorgen für eine süße Note.

Und so habe ich es gemacht:
Ein großes Einmachgefäß mit vom Kernhaus befreiten, gewürfelten Zierquitten füllen.
Diese vorher abwiegen und ein Drittel des Gewichtes an braunem Kandiszucker zugeben, ebenso den Saft einer ausgepressten Biozitrone.
Nun mit Doppelkorn aufgießen, bis alles reichlich bedeckt ist.
Optional zum Verfeinern des Geschmackes: 1 Vanilleschote, 1 Zimtstange, Gewürznelken

Ca. vier bis sechs 6 Wochen ziehen lassen. Je länger desto besser. Dabei immer wieder bewegen oder schütteln.
Es heißt, dass die Früchte irgendwann zu Boden sinken. Dann ist der  Likör fertig und kann abgefiltert werden.
Der nun klare, goldfarbene Likör – auch „flüssiges Gold“ genannt – kann in handliche Fläschchen gefüllt werden.

Eine heilende Wirkung von Pflanzen und Kräutern ist seit Jahrhunderten bekannt, viele Klöster hatten ihre geheimen Rezepturen. Auch „Arzneiliköre“ oder „Medizinaliköre“ welche traditionell  mit ausgewählten Blüten, Blättern, Früchten und Wurzeln angesetzt werde, dienen zur Unterstützung der Gesundheit bei verschiedenen Beschwerden. Grundlage für die Ansätze sind Kornbrand oder Wodka mit einem Alkoholgehalt von 38 bis 42 Prozent. Sie eigenen sich gut als Geschmacksträger und haben minimales Eigenaroma.

Immer wieder erstaunlich, wie vielseitig sich Früchte aus dem Garten verwerten lassen.

 

 

 

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