September

„Durch des Septembers heit’ren Blick schaut nochmals der Mai zurück“.
Ein wenig ist es wie Frühling im Herbst.
September und Mai sind sich in ihrer Witterung sehr ähnlich. Mit dem Herbstmonat sinken die Temperaturen tagsüber auf unter zwanzig Grad ab, nachts kann es deutlich kälter als zehn Grad werden.

Die alte Wetterregel „Späte Rosen im Garten – schöner Herbst und der Winter kann warten“, macht Hoffnung auf einen verspäteten Sommer.
Denn so richtig stattgefunden hat er heuer nicht. Allerdings blieben auch lange Hitzeperioden aus, die der Natur nach den heißen Sommern der vergangenen Jahre nicht gutgetan hätten.

Vielleicht gibt es ja einen „Altweibersommer“ als kleine Entschädigung für das oft trübe, nasse Wetter. Nass war es diesen Sommer zur Genüge, geprägt von Starkregenfällen.
Eine fünfte Jahreszeit mit einer stabilen Schönwetterperiode, die üblicherweise Anfang bis Mitte September einsetzt und in einem goldenen Oktober ausklingt.

Der Name leitet sich von Spinnweben her. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Es sind fliegende Spinnen, die diese zarten Fäden spinnen. Durch den Tau sind besonders in den Morgenstunden die Seidennetze sichtbar, wenn schräg einfallendes Licht die Wassertröpfchen zum Funkeln bringt.

Charakteristisch sind klare Nächte gefolgt von warmen, eher windstillen Tagen, an denen die Natur sich noch einmal so richtig entspannt und ihre schönsten Kleider überwirft.
Auch Schmuck wird großgeschrieben: bunte Früchte und Beeren, verfärbtes Laub, frische Blüten an Rosen, Pompons und Halskrausen an Dahlien, durchsichtig schimmernde Ballone wie aus Pergament, wie es bei den leuchtend orangenfarbenen Fruchthüllen der Lampionblume (Physalis alkekengi) zu beobachten ist.

Auch das Dahlienbeet ist ein Schmuckstück geworden, wobei Dahlien als Kurztagpflanzen mit Sicherheit die „Stunden zählen“, denn sie blühen erst dann kräftig, wenn eine bestimmte Tageslänge unterschritten wird.
Besuch hatten sie auch ausreichend, denn Nacktschnecken lieben es, sich in den griffigen Blättern aufzuhalten.
Wobei es wirklich so zu sein scheint, dass dunkellaubige Dahlien vor Schneckenfraß eher verschont bleiben, wie beispielsweise die Paeonienblütige Dahlie „Dahlia ‚Bishop of Leicaster‘ mit zart rosa überhauchten und dunkelrotem Laub.

Japanische Krötenlilien – Tricytris hirta – haben sich wieder sehr bewährt, denn sie zaubern Farbe in die Beete, wenn andere Stauden langsam beginnen sich zurückzuziehen.
Es handelt sich um filigran wirkende Schattengewächse, die aufgrund ihrer charakteristischen, gepunkteten Blüte auch Gartenorchideen genannt werden. Sie zählen zur Familie der Liliengewächse. Da die Stauden etwas empfindlich gegenüber kalten Temperaturen sind, benötigen sie einen Winterschutz oder eine dicke Mulchdecke.
Normalerweise gedeihen sie im Schatten oder Halbschatten in möglichst feuchtem, humushaltigen Boden ohne Staunässe, sie tolerieren aber auch sonnige Plätze, wenn sie genügend Wasser bekommen.
Gerade in Kombination mit Argentinischem Eisenkraut, das sich in vielen Gartenbereichen ausgesamt hat und zu blühen beginnt, oder mit Prachtkerze Gaura lindheimeri bilden sich schöne Formationen.

Und dennoch ist es September und nicht Frühling, was also tun gegen aufsteigende Wehmutsgefühle, dass die kühle und finstere Jahreszeit kommen wird?
Am besten wirken kreative Handlungen, indem die Vorratskammer noch ein wenig aufgefüllt wird mit duftenden Produkten aus dem Garten wie Blüten- und Kräutersalz, getrocknete Teekräuter, Gelee aus Früchten der Obstbäume, wobei Quittengelee das Schlusslicht bilden wird.

Auch der Lippenpflegestift ist ein kleines Highlight zum Ende der Sommersaison, da er einen feinen Öl-Auszug aus den im Sommer gepflückten Duftrosen enthält. In der (wiederverwendbaren) Hülse aus Bambusschale passt dieses Pflegeprodukt gut ins Konzept aus Nachhaltigkeit mit Focus auf Schönes, das sich einen schlichten Charakter bewahrt hat.

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