Veilchenessig mit Zitronenmelisse

Wenn die ersten Veilchen als Boten des Frühlings blühen, ist die Welt ein Stück weit in Ordnung.
Veilchen erinnern an Kindheitstage, wo die Wiesen übersät waren von violettfarbenen Klecksen, gepaart mit Gänseblümchen, um Ketten daraus zu flechten.

Veilchen  –  Viola, aus der Familie der Violaceae – fallen vor allem durch ihre bezaubernden, leicht duftenden Blütenblätter auf. Charakteristisch ist auch die die Herzform der Blätter.

Es gibt viele Arten (mehr als 400  Arten), das wohl bekannteste  ist das Duftveilchen, welches von März bis  April blüht. Es ist auf Rasenflächen zu finden, am Gehölzrand oder auf halbschattigem Waldboden.

Die Blüten des  Duftveilchens, auch Märzveilchen genannt (Viola odorata),  sind essbar. Sie enthalten Saponin, Salicylsäureverbindungen, ätherisches Öl und einen blauen Farbstoff…

Heilanzeige: Bei Bronchitis und als nervenberuhigendes Schlafmittel. Äußerlich wird Veilchentee bei entzündeter Mundschleimhaut eingesetzt. Die Volksheilkunde verwendet auch Veilchenessig zu Umschlägen bei Kopfschmerzen. (Quelle: Heilpflanzen Erkennen, Sammeln,  Anwenden, Elfrunde Wendelberger, BLV-Verlag)

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Landapotheke, Heilen und Pflegen nach alter Tradition, Frühjahr 1-2017, ist ein sehr schöner Rezeptvorschlag enthalten, der Veilchen gegen Kopfschmerzen einsetzt.

Veilchenblütenessig mit Zitronenmelisse
Zutaten:
je 2 Handvoll Veilchenblüten und Melisse
1 Flasche weißer Balsamico
etwas Kandiszucker
Saft einer halben Zitrone

Zubereitung:
Die Blüten und den Kandiszucker in ein Glasbehältnis geben, mit Balsamico und Zitronensaft auffüllen.
Etwa 1 – 2 Wochen an einem warmen Platz stehen lassen.
Dann abseihen.

Anwendung:
Schmeckt fruchtig zu Blattsalaten.

Kann als Tinktur (3 Esslöffel in 300 ml Wasser mit 1 TL  Honig) gegen Kopfschmerzen verabreicht werden.

Persönliches Fazit:
Der Kandiszucker löst sich nach kurzer Zeit in der Flasche auf.
Ich habe natürlich gleich gekostet und muss sagen, dass mir das leicht süßliche, milde Aroma des Veilchenessigs sehr zusagt.

Er ist’s
Frühling läßt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard  Mörike
(1804 – 1875), deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter

Nach knapp zwei Wochen habe ich den Sud gefiltert.
Der Veilchenessig hat nun eine wunderschön hellorange Farbe angenommen (der  Unterschied ist im Vergleich gut sichtbar) und passt genau in zwei hübsche handliche Fläschchen.

Dies macht Appetit auf frische Salate und Essig aus der Gartenküche wird sicherlich nicht der letzte in dieser Saison gewesen sein (die ja auch erst begonnen hat).

 

 

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