Der Naturgarten – ein bienenfreundlicher Garten

Wer träumt nicht von einem Fleckchen Grün oder einer gemütlichen, hübsch bepflanzten Balkonecke, in der sich Schmetterlinge tummeln oder Bienen Nektar finden, um so wieder ein Stück heile Natur zu erleben.

Viele Kräuter- und Duftpflanzen eignen sich hierfür und gedeihen zudem auch unter trockenen Bedingungen.
Was macht denn einen Garten für Bienen anziehend?

In der BR Sendung „Wir in Bayern“ vom 01.05.2019 gibt Gartenexperte Andreas Modery einige Tipps, wie Garten oder ein Balkon bienenfreundlich gestaltet werden kann.
Quelle: www.br.de/br-fernsehen/sendungen/wir-in-bayern/service/pflanzen-pflanzen-geliebt-von-bienen-andreas-modery-102.html

Wichtig ist, keine züchterisch veränderten Sorten zu pflanzen mit Blüten, die gefüllt sind. In gefüllten Blüten finden Bienen keinen Nektar und keine Pollen.

Um ganzjährig von März bis Oktober  ein Nahrungsangebot zu schaffen, sollten die Blühzeiten berücksichtigt werden. Besonders empfehlenswert sind Wildstauden, die  man in  Wildstaudengärtnereien bekommt. Hier folgt eine Auflistung von Pflanzen, die bei Bienen beliebt sind:

Im Blumenbeet:
Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, ungefüllte Dahliensorten.
Bäume und Sträucher:
Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu
Im Gemüsebeet:
Ackerbohnen, Borretsch, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren, Gewürzkräuter
Auf dem Balkon:
Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen
Küchenkräuter:
Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Thymian, Anis Fenchel, Kamille, Melisse
Quelle: BR Sendung „Wir in Bayern“ vom 01.05.2019, Andreas Modery

Es muss auch nicht immer eine Eiben-, Buchen-, Thujen- oder Kirschlorbeerhecke sein. Naturnahe,  locker gepflanzte einheimische Büsche gestalten einen Garten abwechslungsreich und stellen zudem Futterquellen für Bienen und Co. dar. Sie sehen hübsch aus, haben unterschiedliche Strukturen, bieten Früchte und eine schöne Herbstfärbung. Auch im Winter sorgen die Beeren für ein wenig Farbe im Garten.

Als naturnahe Hecke eignen sich Felsenbirnen, die Hundsrose, der gewöhnliche Liguster, die Kornelkirsche, Berberitze, der Weißdorn, Wolliger Schneeball, die Eberesche und Waldgeißblatt. (Quelle: BR Sendung „Wir in Bayern“ vom 01.05.2019, Andreas Modery)

Was den Winterschutz betrifft, so darf ruhig Laub liegen bleiben vielleicht als Häufchen in einer Ecke aufgeschichtet. Die Stauden behalten ihr verdorrtes Laubkleid und ihre Blütenstände, was  Schutz vor Frost bedeutet und Nahrung für Tiere.
Außerdem sieht es zauberhaft aus, wenn Raureif die trockenen Rispen überzieht oder Schnee dicke Hauben bildet und der Garten auf diese Weise „belebt“ wirkt.

Wir haben zudem eine Blumenwiese, die das Herzstück des Gartens ist.
Zwischenzeitlich bin ich dazu übergangen, im Herbst viele Wildtulpen zu pflanzen, die nun im Frühjahr zart rosa blühen.

Sumpfvergissmeinnicht vom Teich hat sich ausgesamt. Immer wieder gesellt sich Neues aus den umliegenden Beeten hinzu. Und ich helfe kräftig nach und sammele so meine eigenen Blumenwiesenerfahrungen.

Einmal im  Jahr leiste ich mir Wildblumenpflanzensamen, die einen Schatz darstellen.
Akeleien, Heilziest, Flockenblumen Karthäusernelke, Wiesenstorchschnabel, Witwenblumen, Pechnelken, Wiesensalbei und Kuckuckslichtnelke – ein Teil davon wird vielleicht keimen und die Blumenwiese in ihrem Artenreichtum  bereichern.
Die Samen kommen vorab in ein Glas, bei Bedarf wird eine kleinere Menge in ein Körbchen gefüllt und großzügig mit Sand vermischt.
Sehe ich eine Stelle  in der Blumenwiese mit zu dichtem Grasbewuchs oder Moos und Unkraut wie Klee oder Löwenzahn (und ich sehe sehr viele Stellen), wird mit der Handschaufel ein kleines Areal abgetragen und die Samensandmischung aufgetragen.

Darüber hinaus habe ich im zeitigen Frühjahr Echte Schlüsselblume (Primulus veris) und Wiesensalbei (Salvia pratensi) gepflanzt. Die Stengel der Schlüsselblume durchziehen derzeit noch die Wiese, zusammen mit Tulpen und Vergissmeinnicht.
Nun folgen noch Astlose Graslilien (Anthericum liliago), ästige Graslilien (Anthericum ramosum), lilablühendes Drachenmaul (Horminium pyrenaicum)  und Pechelke (Lychnis viscaria) von einem Wildkstaudenversand.
So  kann ich sichergehen, dass sich der Bestand auch wirklich erweitern wird.

Wasserstellen ziehen natürlich Bienen und Vögel an, bieten Lebensraum für Frösche und Molche. Es reicht eine kleine Granitschale.
Oder Trockenmauern und kleine Natursteinmauern, deren Fugen mit Grün bepflanzt sind.
Auch die Fugen des  Pflastersteinweges an den Kräuterbeeten vorbei zum Teich füllen sich nach und nach mit duftendem Thymian ebenso an den Steinen in der Mitte des Gemüsebeetes.

Abgeschnittene Äste von Obstbäumen oder anderen Gehölzen bleiben im Garten, eignen sich zur Gestaltung und bieten heimelige Verstecke für  Gartenbewohner.

Ein naturnaher Garten ist mehr als nur abwechslungsreich.

Vom Gemüse über duftende Kräuter, süße Beeren, Heilpflanzen für die Naturapotheke (Tinkturen, Ölauszüge, Tees), Rosenblüten für das Destillat (zur Hautpflege), getrocknete Blüten für Gewürzsalze oder das Kräuterlämpchen, Geborgenheit, versteckte  Ecken, Waldbereiche, Pfingstrosenbeete, Sonnenseiten, Clematis berankte Holzgitter, Blumenwiesen, Wasserstellen,… können unendlich viele Begehrlichkeiten erfüllt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.