Sommer

„Im Juni kann man den Pflanzen beim Wachsen zuschauen“, heißt es im Volksmund.
Es ist der Monat, in dem in unseren Breiten die Gewächse am meisten zulegen. Die Tage sind lang, die Witterung meist pflanzenfreundlich und die trockene Juli- und Augusthitze noch etwas entfernt.

Juni ist auch Rosenmonat, zum Glück blühen Rosen gestaffelt und setzen zu einer weiteren Blüte ein.
Allerdings rufen sie auch zu Arbeit auf; sie gehören regelmäßig ausgeputzt, aus den Blüten lässt sich Rosenauszug (mit Jojobaöl) herstellen, Tinktur zum Konservieren der Naturkosmetik oder schmackhaftes Rosengelee.

Auch Zistrosen erfreuen mit einer reichen Blüte, wobei sie nicht mit Rosen verwandt sind.
Zistrosen (Cistus) bilden mit etwa verschiedenen 20 Arten im Pflanzenreich eine eigene Familie – die der Zistrosengewächse (Cistaceae).
Ein Strauch bildet viele Blüten, die den ganzen Sommer ihre Schönheit entfalten, wobei die einzelne Blüte nur wenige Stunden währt.

Langsam nähert sich auch jener Tag, der die Wende einleitet und den astronomischen Sommeranfang markiert.
Sommersonnenwende, mit der kürzesten Nacht und dem längsten Tag, ist auf den 21. Juni datiert.

In unserem Garten hat auch schon die Frühmahd stattgefunden, wobei ich heuer sehr vielen Blüteninseln habe stehen lassen. Salbei, Skabiosen, Dost, Lupinen, Natternkopf.
Doch so können sich niedrige, besonders zarte Pflänzchen besser entwickeln wie unterschiedliche Storchschnabelsorten, Staudenlein, Bergminze und echter Quendel. Auch Kapuzinerkresse durchzieht die Wiese mit leuchtenden Blickpunkten.

Normalerweise gilt für die Mahd der Blumenwiesen die Regel: „Wenn die Johanniswürmer glänzen, darfst du richten deine Sensen“.
Die meisten Wiesenkräuter haben genügend Zeit gefunden um auszusamen, Vögel, Insekten, Spinnen und andere Tiere konnten sich bereits in Ruhe vermehren

Der Jahreslauf steuert auf den Höhepunkt des Sommers zu, die Natur steht voller Kraft und Saft und die Erntezeit beginnt.
Traditionell werden Rhabarber und Spargel bis zum Johannistag geerntet, die Futtergräser sind bereits reif, und um den Johannistag herum sind auch die meisten Glühwürmchen in der Dunkelheit zu beobachten, weshalb sie auch „Johanniswürmchen“ oder „Boten des Sommers“ heißen.
Johannisbeeren verlieren nach und nach ihren säuerlichen Geschmack, Himbeeren und Erdbeeren nehmen eine tiefe, dunkelrote Farbe an, glänzende, wie mit Wachs überzogene Kirschen baumeln an den Zweigen … Es ist wirklich Sommer geworden.

Das Gartenjahr läuft dahin, nichts scheint den Verlauf zu stoppen.
Das stimmt nicht ganz, all die Duftrosen, Lavendel, Rosmarin, Mädesüß, Minze, Melisse,… sie blühen um die Wetter und sind durchtränkt von Sonne.
Getrocknet tragen sie den Sommer ganz lange sich und lassen sich gut in Mischungen für Potpourris, Kräuterkissen, für Tees, Kräutersalze konservieren.
Einmal kurz schnuppern auch zu einem späteren Zeitpunkt und die warme Jahreszeit lebt wieder auf.

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